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Recruiting5 Min. Lesezeit

Bewerbungsgespräche mit Facharbeitern führen – ein Leitfaden

So führen Sie Bewerbungsgespräche mit Facharbeitern: Ablauf in 45 Minuten, Fragen mit Aussagekraft, typische Fehler – und warum der Werkstattrundgang zählt.

Facharbeiter sitzen nicht gern in Bewerbungsgesprächen. Viele haben seit ihrer Ausbildung keins mehr geführt. Wer das Gespräch wie ein Verhör aufbaut, verliert gute Leute – wer es wie ein Kennenlernen auf Augenhöhe führt, gewinnt sie.

Vorher: kurz telefonieren

Ein 10-Minuten-Telefonat vor dem Termin klärt das Wichtigste: Erfahrung, Gehaltsvorstellung, Kündigungsfrist, Führerschein. So sitzen Sie nur mit Kandidaten zusammen, bei denen es grundsätzlich passt.

Der richtige Ort

Laden Sie in den Betrieb ein, nicht nur ins Büro. Zeigen Sie Werkstatt, Fahrzeuge und Lager. Für Facharbeiter sagt ein Rundgang mehr als jede Präsentation.

Ablauf in 45 Minuten

  1. Begrüßung und Kaffee (5 Min.): locker ankommen lassen
  2. Der Betrieb stellt sich vor (10 Min.): wer Sie sind, welche Aufträge, welches Team
  3. Der Kandidat erzählt (15 Min.): bisherige Stationen, Lieblingsaufgaben, was ihn stört
  4. Rundgang (10 Min.): Werkstatt, Fahrzeug, Kollegen
  5. Offene Fragen und nächste Schritte (5 Min.): wann Sie sich melden

Fragen, die wirklich etwas verraten

  • Welche Baustelle oder welcher Auftrag hat Ihnen zuletzt richtig Spaß gemacht?
  • Was müsste bei uns anders sein als bei Ihrem jetzigen Arbeitgeber?
  • Wie sieht für Sie ein guter Arbeitstag aus?
  • Wo wollen Sie in drei Jahren stehen?

Typische Fehler

  • Fachfragen wie in der Gesellenprüfung stellen
  • das Gehalt bis zum Schluss offen lassen
  • zu lange mit der Rückmeldung warten
  • den Betrieb besser darstellen, als er ist

Danach: schnell entscheiden

Gute Kandidaten haben oft mehrere Gespräche. Melden Sie sich innerhalb von zwei Tagen – mit einem Angebot oder einer ehrlichen Absage.

Passend dazu: Stellenanzeige schreiben · Onboarding im Handwerksbetrieb

Häufige Fragen

Sollte ich einen Probetag anbieten?

Ja, wenn beide Seiten Interesse haben. Ein bezahlter Probetag zeigt dem Kandidaten den echten Alltag – und Ihnen, wie er arbeitet.

Wer sollte am Gespräch teilnehmen?

Idealerweise der Inhaber und der künftige Vorarbeiter oder Meister. So lernt der Kandidat seinen direkten Ansprechpartner kennen.

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