Viele erfahrene Facharbeiter verdienen weniger, als sie könnten – nicht weil sie schlechter sind, sondern weil sie nie verhandelt haben. Dabei suchen Betriebe händeringend nach guten Leuten. Wer das weiß, verhandelt anders.
1. Den eigenen Marktwert kennen
Bevor Sie über Geld sprechen, sollten Sie wissen, was Betriebe in Ihrer Region für Ihre Erfahrung zahlen. Die Unterschiede sind groß: zwischen Regionen, zwischen Betriebsgrößen und zwischen Tarif- und Nicht-Tarif-Betrieben. Ein schneller Weg ist der Gehaltscheck.
2. Eine konkrete Zahl nennen
„Etwas mehr wäre schön“ führt zu wenig. Nennen Sie einen konkreten Monatsbetrag oder Stundenlohn – leicht über dem, was Sie am Ende akzeptieren würden.
3. Mit Leistung begründen, nicht mit Bedarf
„Ich brauche mehr, weil alles teurer wird“ überzeugt selten. Besser: „Ich arbeite seit Jahren selbstständig beim Kunden, habe Herstellerschulungen und lerne neue Kollegen an.“
4. Das Gesamtpaket ansehen
Das Grundgehalt ist nicht alles. Prüfen Sie auch:
- 13. Monatsgehalt oder Gewinnbeteiligung
- Firmenwagen mit privater Nutzung
- Vergütung von Bereitschaft und Überstunden
- Fahrtzeit – eine Stunde weniger Pendeln am Tag ist bares Geld
- bezahlte Weiterbildung, etwa zum Meister oder Techniker
5. Der beste Zeitpunkt
Beim Wechsel ist Ihre Verhandlungsposition am stärksten. Im bestehenden Job eignet sich das Jahresgespräch – oder der Moment, nachdem Sie zusätzliche Verantwortung übernommen haben.
Aus unseren Gesprächen
In Telefonaten mit wechselwilligen Fachkräften hören wir immer wieder: Ein offen genanntes Gehalt in der Stellenanzeige war der Grund, sich überhaupt zu melden. Betriebe, die konkret sagen, was sie zahlen, bekommen die erfahreneren Bewerber.
Häufige Fragen
Wie viel mehr kann ich beim Jobwechsel verlangen?
Das hängt von Beruf, Region und Erfahrung ab. Wichtig ist, den regionalen Marktwert zu kennen – der Gehaltscheck hilft dabei.
Sollte ich mein aktuelles Gehalt nennen?
Sie müssen nicht. Nennen Sie lieber Ihre Gehaltsvorstellung für die neue Stelle.
Was zählt neben dem Gehalt?
Firmenwagen, Bonus, Bereitschaftsvergütung, Weiterbildung und vor allem die tägliche Fahrtzeit.
Was, wenn der Betrieb Nein sagt?
Fragen Sie, unter welchen Bedingungen eine Erhöhung möglich wäre, und vereinbaren Sie einen Termin dafür.
Was verdienen Sie in Ihrer Region wirklich?
Machen Sie den kostenlosen Gehaltscheck: In 2 Minuten sehen Sie, ob Betriebe in Ihrer Nähe mehr zahlen. Ohne Lebenslauf, ohne Anschreiben.